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Teilflächenspezifische Maisaussaat: Das Potenzial jedes Schlages gezielt nutzen

15.03.2026
Warum entwickelt sich Mais auf manchen Bereichen eines Schlages kräftig und ertragreich, während er wenige Meter weiter deutlich schwächer wächst?

Die Ursache liegt meist in Unterschieden innerhalb der Fläche: Bodenstruktur, Wasserverfügbarkeit oder Nährstoffversorgung variieren oft stärker, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Wird auf dem gesamten Schlag mit einer einheitlichen Saatstärke gearbeitet, bleiben diese Unterschiede unberücksichtigt – und damit auch ein Teil des möglichen Ertrags.

Mit teilflächenspezifischer Maisaussaat lässt sich die Saatstärke gezielt an die unterschiedlichen Standortbedingungen anpassen. Precision-Farming-Technologien ermöglichen es, jede Teilfläche eines Schlages optimal zu bewirtschaften.

Mais reagiert besonders sensibel auf die Bestandesdichte

Mais gehört zu den Kulturen, bei denen die Bestandesdichte einen besonders starken Einfluss auf Ertrag und Qualität hat. Anders als Getreide kann Mais fehlende Pflanzen kaum ausgleichen, da er nicht bestockt.

Das bedeutet: Jede einzelne Pflanze trägt direkt zum späteren Ertrag bei. Ist der Bestand zu dicht, konkurrieren die Pflanzen stärker um Wasser, Nährstoffe und Licht. Ist er zu dünn, bleibt vorhandenes Ertragspotenzial ungenutzt. Die optimale Pflanzenzahl hängt deshalb stark vom jeweiligen Standort ab.

Genau hier setzt die teilflächenspezifische Aussaat an.

Grundlage der variablen Aussaat: Managementzonen

Der erste Schritt ist die Einteilung eines Schlages in sogenannte Managementzonen.

Diese Zonen beschreiben Bereiche innerhalb eines Schlages, die ähnliche Standortbedingungen und ein vergleichbares Ertragspotenzial aufweisen.

Grundlage für diese Einteilung sind Vegetations- oder Biomassedaten, die beispielsweise aus Satellitenbildern gewonnen werden. Durch die Auswertung dieser Daten lassen sich stabile Muster innerhalb eines Schlages erkennen – etwa ertragsschwächere Kuppen oder besonders leistungsfähige Senken.

Die Fläche wird anschließend in mehrere Zonen eingeteilt, die unterschiedlich bewirtschaftet werden können. In Ackerprofi können Landwirte beispielsweise Biomasse- und Managementzonenkarten für ihre Schläge beziehen und so die Grundlage für eine teilflächenspezifische Bewirtschaftung schaffen.

Mit Ackerprofi und NetFarming von der Managementzone zur Aussaatkarte

Sind die Managementzonen definiert, beginnt der nächste Schritt: die Ableitung einer passenden Saatstärke für jede Zone.

Typischerweise gilt dabei:

  • Ertragsstarke Zonen: höhere Pflanzenzahl pro Quadratmeter
  • Schwächere Zonen: geringere Bestandesdichte, um Konkurrenzstress zu reduzieren

Aus diesen Vorgaben entsteht eine Applikationskarte für die Aussaat. Diese Karte enthält für jeden Bereich des Schlages die gewünschte Saatmenge. In Ackerprofi lassen sich solche Applikationskarten direkt aus den vorhandenen Managementzonenkarten ableiten und für die weitere Nutzung vorbereiten.

Umsetzung auf dem Feld

Die fertige Applikationskarte zur Aussaat wird anschließend auf das Maschinenterminal der Sämaschine übertragen. In Ackerprofi können die erstellten Applikationskarten dafür einfach in den herstellerübergreifenden Formaten ISOXML und Shape heruntergeladen und per USB-Stick auf das Traktorterminal übertragen werden.

Moderne Sämaschinen können diese Applikationskarten direkt verarbeiten. Während der Aussaat wird die Saatmenge automatisch angepasst, sobald die Maschine eine neue Zone erreicht. Das Maschinenterminal liest die Karte ein und steuert die Ablage der Körner entsprechend.

Für den Fahrer bedeutet das: Die variable Aussaat erfolgt automatisch im Hintergrund, während die Maschine über den Schlag fährt.

Positive Ergebnisse aus Praxis und Versuchen

Die deutschlandweiten Versuche der AGRAVIS über viele Jahre zeigen, dass die Erträge mit NetFarming im Vergleich zur betriebsüblichen Aussaat steigen.

Erfahrungen aus Praxisbetrieben und Feldversuchen zeigen, dass eine teilflächenspezifische Maisaussaat mehrere Vorteile bringen kann:

  • bessere Nutzung des vorhandenen Standortpotenzials
  • stabilere Bestände auf schwächeren Teilflächen
  • effizientere Nutzung von Wasser und Nährstoffen
  • gleichmäßigere Bestände und Ansicherung der Stärke in Trockenjahren in Niedrigertragszonen

Unter geeigneten Bedingungen können so Ertragssteigerungen von bis zu etwa zehn Prozent erzielt werden.

 

Ergebnisse aus Sachsen-Anhalt

Bei Neundorf in Sachsen-Anhalt lief ein Versuch zur teilflächenspezifischen Maisaussaat. Bei geringerer Pflanzenanzahl in der Niedrigertragszone und höherer Pflanzenanzahl in der Hochertragszone ließ sich gegenüber der konstanten, betriebsüblichen Aussaat eine homogenere Abreife feststellen. „Der Ertragsvorteil lag in der NetFarming-Variante in der Niedrigertragszone bei plus zwei Tonnen je Hektar und in der Hochertragszone bei plus 6,5 Tonnen je Hektar bei 32 Prozent Trockensubstanz gegenüber der herkömmlichen, betriebsüblichen Aussaat”, freut sich Gerald Siemers, Vertriebsberater NetFarming.

Diese Ergebnisse spiegeln sich auch im monetären Mehrerlös wider: Dieser lag bei der NetFarming-Variante in der Niedrigertragszone bei plus 60 Euro je Hektar und in der Hochertragszone bei plus 196 Euro je Hektar. „Auch die Qualitäten in der Hochertragszone steigerten sich: Netto-Energie-Laktation je ha mit plus 13 Prozent, der Stärkeertrag mit plus 16 Prozent und der Biogasertrag mit plus 13 Prozent”, so Siemers.

So geht's: Teilflächenspezifische Maisaussaat mit Ackerprofi umsetzen

Auch mit Ackerprofi lassen sich Precision-Farming-Ansätze wie die teilflächenspezifische Maisaussaat einfach umsetzen.

Als Landwirt kannst du in Ackerprofi Managementzonenkarten für deine Schläge erwerben. Diese Karten zeigen die unterschiedlichen Ertragspotenziale innerhalb deiner Fläche und bilden die Grundlage für eine differenzierte Bewirtschaftung.

Auf Basis dieser Daten kannst du anschließend direkt in Ackerprofi Applikationskarten erstellen, zum Beispiel für eine variable Maisaussaat.

Die fertigen Karten kannst du anschließend herunterladen und per USB-Stick auf das Maschinenterminal der Sämaschine übertragen. Dort steuert die Technik automatisch die passende Saatmenge für jede Zone.

So entsteht eine durchgängige digitale Kette – von der Datenauswertung über die Planung bis zur praktischen Umsetzung auf dem Feld.

Teilflächenspezifische Maisaussaat: Potenziale im Schlag gezielt nutzen

Kein Schlag ist überall gleich leistungsfähig. Teilflächenspezifische Maisaussaat trägt diesen Unterschieden Rechnung und ermöglicht eine präzisere Bestandesführung.

Durch die Nutzung von Managementzonen und Applikationskarten kann die Saatstärke gezielt an das jeweilige Standortpotenzial angepasst werden. Digitale Werkzeuge wie Ackerprofi erleichtern dabei Planung und Umsetzung – und helfen Landwirten, ihre Flächen effizienter und standortgerechter zu bewirtschaften.

Direkt in die Praxis mit unserem Webinar

Wenn du Ackerprofi bereits nutzt, kannst du mit dem Precision-Farming-Modul direkt loslegen.

Noch keine Erfahrung mit teilflächenspezifischer Bewirtschaftung? Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, dich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Sprich deinen Vertriebspartner an oder vereinbare direkt einen Termin mit unserem Precision-Farming-Team. Wir zeigen dir, wie du mit Ackerprofi und NetFarming den nächsten Schritt in Richtung präziser Bewirtschaftung gehst.

Praxis-Tipp:

Am 31. März zeigen wir in einem kostenlosen Webinar, wie du Managementzonen nutzt und daraus Applikationskarten für Maisaussaat und Maisdüngung erstellst.

Tutorial So bekommst du deine Applikationskarte auf dein Maschinenterminal

Jede Maschine ist anders – und das Terminal auch. Damit du dir darüber nicht den Kopf zerbrechen musst, haben wir eine ganze Reihe an Tutorials für dich erstellt mit den häufigsten Maschinenterminals. Für jedes Terminal gibt es ein eigenes Video. Schau einfach rein!